freudscher verleser

Heute an einem Haus vorbeigeradelt, an dem stand: „Heuleurythmie“.

Gestutzt. Noch mal hingeschaut: „Heileurythmie“.
:)

boo to berry

Nachdem ich lange Probleme hatte, wordpress auf dem Blackberry zum Laufen zu bekommen, hier nun der erste Beitrag von Boo über Berry zu WP. :)

RIP kirschkernkissen

Merke: Stecke nie ein Kirschkernkissen bei 800 Watt für 1,5 min in die Mikrowelle und lass es dort unbeaufsichtigt.

Falls doch, immer schön den Feuerlöscher bereithalten. Und einen Luftneutralisierer.

Frage: Warum stinkt Qualm eigentlich so fies und nachhaltig?

„wir haben alle einen menschen nötig“

Ich komme gerade von einer Lesung. In der Belle Etage hat Blanche Kommerell aus Texten von und über Annemarie Schwarzenbach gelesen. Und dabei ist „gelesen“ verdammt untertrieben.
Generell habe ich bei Lesungen das gleiche Problem wie bei Hörspielen: Ich liebe sie irgendwie, aber wenn ich nicht grad puzzle, schaltet nach wenigen Minuten mein Hirn mein Gehör ab und geht entweder in den Schlafmodus über oder auf wilde Gedankenjagd, Jagd nach Gedanken, die ihre Auslöser gern und ständig auch in einzelnen Worten finden, die in Lesung oder Hörspiel auftauchen.

Nicht so diesmal. Obwohl ich extrem übermüdet war, blieb ich die ganze Lesung über anwesend. Gedanklich. Vielleicht, weil die Lesung zwischendrin vom Sohn (?) am Klavier begleitet bzw. untermalt wurde. Vielleicht auch nicht. Vielleicht war es einfach die Art von Blanche Kommerell, die Texte vorzutragen. Sie hat mich jedenfalls nicht verloren. Und das heißt, selbst bei Annemarie Schwarzenbach, was.

Im Titel steht mein Lieblingszitat von Annemarie. Es stammt aus der Lyrischen Novelle. Aus dem Kopf zitiert, geht die Stelle ungefähr so:

„Vielleicht hat sie einen Menschen nötig.“
„Wir haben alle einen Menschen nötig.“

Das ist SO wahr, finde ich.

alles wird am ende gut

Ist es das nicht, so ist es auch nicht das Ende.

Gerade geht die längste Beziehung, die ich mit einem anderen Menschen bisher geführt habe, zu Ende. Und ich merke, dass Leben auf so vielen unendlichen Ebenen stattfindet.

Da ist der Teil von mir, der gerade einfach nur unendlich traurig ist. Da sind Tränen ohne Zahl. So viele „nie wieders“, die mir bruchstückhaft durch den Kopf schießen und völlig irrational sind, schließlich sind es Bruchstücke aus einer Zeit, in der alles in Ordnung war. Die schon lange zurückliegt. Viel zu lange.

Damit kommen wir zu dem anderen Teil von mir, der einfach nur erleichtert ist. Der sich frei fühlt und wieder atmen kann. Der mir zeigt, dass mein Leben wieder vor mir liegt wie ein leeres Notenblatt, auf dem freudig drauflos komponiert werden kann. Und da meldet sich die Zuversicht, dass alles gut wird.
Denn nach dem ganzen Hin und Her der letzten Monate, sind wir endlich beide an dem Punkt, an dem wir erkennen, dass es nicht schlimm ist, dass diese Beziehung tot ist. Und dass wir einfach keine unnötigen Wiederbelebungsversuche mehr unternehmen müssen. Dass es für uns beide okay ist, dass dieser Endpunkt auch ein Ausgangspunkt ist. Nicht für uns, sondern für jede Einzelne.

das ei und ich

Letzthin saß ich in einer kleinen, beschaulichen Runde und musste dort das Thema Ei anschneiden, was einem Vorfall geschuldet war, der sich einen Tag zuvor zugetragen hatte.
Ich hatte mir Spiegeleier machen wollen. Zwei. Generell bin ich ein bisschen pinzig, wenn’s um Eier geht. Nachdem wir die in Bio durchgenommen hatten, hab ich mich vor Eiern und ihren Hagelschnüren und Dottersäcken so doll geekelt, dass ich sicher fünf Jahre lang kein Ei angerührt hab. Nicht mal steinhartgekochte. Und das, obwohl ich früher die besten Rühreier der Welt gemacht habe. [Und nur so nebenbei: Ich hab mal ein Gänseei geschenkt bekommen, das ich auch nicht runterbrachte. Weil ich die Gans persönlich kannte vielleicht. Oder weil ich so viele Küken kannte, die aus ihren Eiern geschlüpft waren... Aber das nur am Rande.]
Nach einer langsamen Annäherung ans Ei kann ich die mittlerweile wieder essen, ein Eibrot mitunter sogar mit großem Genuss. Vielleicht sollte ich sagen: „konnte“. Das Ei und ich stehen seit ein paar Tagen wieder auf Krähenfuß Kriegsfuß…
Wie gesagt: Ich wollte mir Spiegeleier machen, schlug Ei eins in die Pfanne, piekte das Eigelb auf (flüssiges Eigelb und glibberiges Eiweiß wirken bei mir emetisch), schlug Ei zwei in die Pfanne… und erstarrte. Der Hahnentritt verlangt mir generell schon viel ab, aber in diesem Ei verbarg sich was anderes: Eine tiefrote Ader spannte sich einmal quer über den Dotter. *schüttel*
Ich horchte in mich hinein, befand, dass ich meinen Ekel so weit unterdrücken konnte, dass ich das Spiegelei nach Entfernen des adrigen Dotters essen können würde, stach besagten Dotter heraus und verwarf ihn.
Vielleicht hätte ich es besser nicht getan, denn schlecht ist mir immer noch und allein beim Gedanken daran, muss ich wieder dem Brechreiz entgegensteuern.

All dies gab ich in der Runde zum besten und war erstaunt ob der Reaktionen. Ich hatte erwartet, dass das alle unterfernerliefen verbuchen würden. Weitgefehlt. Es stellte sich heraus, dass alle Anwesenden eipinzig waren. Dass sich die meisten auch davor ekelten und sich beim Verzehr sagen mussten: Denk nicht weiter drüber nach, was du hier isst, es ist lecker.
Interessant. Und tröstlich.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.